Rasch merkte ich die unspezifische Aufweichung der eigenen Denkmuster und ich begann wie von selber Gedanken zu denken, die sozusagen aus allen Ecken meines Unterbewusstseins
hervor sprudelten. Die Gedankenbilder wurden in immer buntere Muster codiert und allmählich begann ich zu vernehmen, wie der Pilzgeist mit mir in Kontakt trat.
Ich nahm den Pilz wahr als einen sehr weisen indigenen Medizinmann, der ganz genau weis was er tut und der den Anschein vermittelte als könne er auf so etwas wie einer transpersonalen
Ebene Heilung bringen. Selbst dieser Beginn der Reise ist bereits ungenügend in menschlicher Sprache zu verbalisieren, weil das Dinge sind, die komplett fernab von dem sind, was wir
konventionell als Medizin kennen. Ich spürte aber sofort wieder diese tiefe Vertrautheit in den Pilzgeist und ich wusste das er genau weis was er tut. Im nächsten Moment kam ich mir
vor wie beim Zahnarzt. Ich öffnete den Mund und der Pilzgeist inspizierte mein Gebiss um zu ermitteln welche Probleme auf der heutigen Reise in Heilung gebracht werden sollen. Interessanterweise
sind diese Zahnarzt-Szenen relativ typisch für Trips. Das hatte ich bereits mehrfach, dass ich mich auf einem Trip wie beim Zahnarzt fühlte. Auch auf DMT haben schon oft Maschinenelfen
mein Gebiss untersucht. Der Pilz teilte mir mit, dass ich zuerst noch ankommen sollte in seinem Reich bevor die eigentliche Sitzung los geht.
Die Visuals wurden immer stärker und das Ego begann sich aufzulösen. Ein starkes Gefühl von nach Hause kommen stellte sich ein. Voller Vorfreude dachte ich mir:
"Jetzt komme ich nach Hause! Da war ich jetzt so lange nicht mehr!"
Der Pilzgeist leitete wie von selber meine Gedankengänge, was dazu führte das ich sehr stark über mein Leben reflektierte. Mir fielen unzählige Dinge wie von selber ein, an die ich
schon seit vielen Jahren nicht mehr gedacht hatte. Zuerst ging es um das Thema Angst. Ich durchlebte in Zeitraffer bestimmt 100 Situationen als Kind, in denen ich Angst hatte.
Das waren alle erdenklichen Dinge, die vor allem mit der Schule zusammen hingen. Ich konnte 1:1 wieder fühlen, wie es damals war, wenn einem vor dem ersten Schultag graute, wie es
war wenn einem vorm Montag graute, wie es war als ich deshalb am Schulweg schon Alkohol getrunken hatte um es erträglicher zu machen. Zu meiner Schulzeit konnte man als 10 jähriger
am Schulweg einfach eine Flasche Vodka im Geschäft kaufen, die ich dann im Gebüsch stehen hatte. Der wurde dann auch bei mir rasch zum Rundum-Problemlöser. Ich erlebte unzählige Situationen wie mir vor Prüfungen mulmig war, wie man alle erdenklichen
Selbstzweifel hatte und man prinzipiell nie richtig war, so wie man ist. Das war ein unglaublichen Gedankengeschredder aus allen erdenklichen Ängsten an die ich seit Jahrzehnten nicht
mehr dachte, aber die sich irgendwo im Unterbewusstsein eingenistet haben und mich subtil bis heute beeinflussen. Der Pilz vermittelte mir nach diesem Gang durch längst verblasste Ängste
eine unglaubliche Lösung, die so einfach und banal wie auch effektiv ist. Er sagte: "Sein, ohne etwas werden zu müssen!"
In diesem Satz steckte eine unglaubliche Weisheit, die mir in einer allumfassenden Weise bewusst wurde. Diese Erkenntnis war so logisch das es jetzt schwierig ist, dies überhaupt
adäquat verbalisieren zu können. Die Ursache praktisch aller Ängste die ich in dieser Phase der Reise noch einmal reflektierte, lag darin begründet, dass man die Anforderung hatte etwas
werden zu müssen. Das bedeutet konkret Erwartungen erfüllen zu müssen. Das erzeugt Druck und Ängste. Wenn man hingegen einfach sein kann und darf wie man ist, stellt sich diese Frage
nicht und es keimen auch keine derartigen Ängste auf. SEIN, OHNE ETWAS WERDEN ZU MÜSSEN - das ist eine ultimative Erkenntnis die einen ganzen Berg an Problemen aus dem Weg schaffen kann.
Das ist so einfach wie auch genial. Dieses Gefühl des puren Seins wurde weiter verstärkt indem sich mein Ego völlig auflöste und ich einfach in der holotropen und transpersonalen
Ebene existierte. Ich war pures Gewahrsein und ich war richtig so wie ich bin. Dieses Gefühl aus nach Hause kommen und wertfreiem purem Gewahrsein genoss ich, während alles um mich
herum in Visuals pulsierte.



unzählige Situationen durch meinen Kopf, bei denen ich mir die Frage stellte, ob diese richtig waren, so wie sie gekommen sind und ob das meine Schuld ist, dass ich im Leben heute
dort stehe wo ich stehe. Wobei das etwas im Widerspruch zum oben genannten steht, da ja Schuld impliziert das man etwas nicht geworden ist, was man eigentlich hätte werden "müssen".
Mir fällt beim Schreiben gerade auf, das es sich doch nicht darum dreht was ich hätte werden müssen um alle Erwartungen zu erfüllen, sondern das es vielmehr darum geht, ob ich mit meinem
Leben zufrieden bin. Die Kernfrage dieser Phase des Trips war, wenn ich auf mein Leben zurückblicke und bewerten soll wie zufrieden oder unzufrieden ich damit bin, ist es dann meine Schuld
wie das Leben verlaufen ist? Darüber reflektierte ich bestimmt eine Stunde aus allen möglichen Blickwinkeln, aber es war schwierig eine eindeutige Anwort zu finden.
Das Resultat war, dass ich feststellte, es ist zu 50 % meine Schuld das ich dort stehe im Leben wo ich stehe. Zu 100 % ist es jedoch nicht meine Schuld, da es schon Einflüsse gab,
die sich völlig meiner Intention und Kontrolle enzogen haben.
Die nächste Phase der Reise beschäftigte sich stark mit dem Thema was ich in der restlichen Zeit des irdischen Daseins eigentlich will. Das klingt banal, aber mir wurde plötzlich bewusst,
das ich, wenn ich es genau reflektiere, nicht genau weis, wer ich bin und was ich überhaupt will. Ich habe in den vergangenen Jahren ein starke Transformation hinsichtlich Reflektion durcherlebt.
Ich bin heute so reflektiert, wie ich vor 5 Jahren noch gar nicht wusste, das es so etwas überhaupt gibt.
Ein zentraler Katalysator waren sicherlich Pilze. Das ist ein unglaubliches Heilmittel für die Seele. Ein einziger richtig gelenkter Pilztrip kann mehr bringen als jahrelange
Psychotherapie. Im Grunde ist es ein absoluter Wahnsinn das so etwas verboten ist und der Menschheit zur Heilung vorenthalten wird.
Der Pilz gab mir als Hausaufgabe mit das ich mir überlegen sollte, was mein neues Ich in der verbleibenden irdischen Zeit für eine Mission hat. Welche Intention es hat, wofür es steht
und welche Ziele es verfolgt.
Nun ging es stark um das Thema Umgang mit der eigenen körperlichen Gesundheit. Der Pilz zeigte mir mehrere Situationen in meinem Leben in denen ich meine Gesundheit ignoriert hatte.
Ich war 1:1 wieder in Situationen in denen ich krank war, dies jedoch völlig ignoriert hatte. Dabei durchlebte ich viele Situationen die ich schon lange vergessen hatte, so detailliert,
als wäre ich wieder der Mensch im damaligen Moment. Ich spürte wie ich oft mit hohem Fieber in der Arbeit saß und eigentlich schon fast kollabierte, aber trotzdem weiter funktionierte.
Dabei konnte ich mich sehr tief in meine damalige Denkweise und Weltsicht hinein versetzen und erfühlen warum ich so gehandelt habe. Der Grund waren letztlich auch wieder Ängste.
Meine Angst damals war, dass ich gekündigt werde, wenn ich in den Krankenstand gehe, weil ich ja so gesehen dann "versagt" habe. Irgendwann bekam ich dann Burnout und wurde dann
gekündigt, weil psychische Erkrankungen natürlich ein absolutes Tabu sind. Ich reflektierte darüber, welche Konfiguration in meiner Psyche dazu geführt hat, das man sich solche Fragen
überhaupt stellen muss, ob man die Erlaubnis hat krank zu sein. Dabei stellte ich fest, das der Kern dieser Sichtweise noch viel tiefer liegt. Irgendwann in der frühesten Kindheit
habe ich gelernt, das man keine Hilfe annehmen darf. Mir fiel wieder ein, dass ich im Leben 2x einen Knochenbruch hatte, bei dem ich nicht zum Arzt ging. Ich habe das einfach ignoriert
und nach einem halben Jahr Schmerzen war es irgendwann wieder vergessen. Erst viele Jahre später stellte sich durch Zufall im Rahmen eines anderen Röntgens heraus, dass ich an dieser Stelle
einen Bruch hatte. Durch die stark introspektive Wirkung war ich wieder 1:1 in den damaligen Situationen und konnte mein damaliges Denken und Handeln reflektieren. Mir wurde bewusst,
dass ich deshalb nicht zum Arzt ging, weil ich mir nicht sicher war, ob ich das sozusagen "wert" bin das mir geholfen wird und ob es jetzt wirklich akut genug ist, anderen Leuten
Umstände zu machen, obwohl ja das der Job des Arztes ist. Ich weis das das bescheuert ist, aber so war meine Denkweise und durch die introspektive
Wirkung konnte ich das in einer sehr reflektierten Weise noch einmal betrachten und neu bewerten. Ich konnte sehr tief in mich selber hinein fühlen und erkennen, dass die Ursache
für diese Verhaltensweise darin begründet liegt, weil man in der frühen Kindheit gelernt hat das man keine Hilfe annehmen darf und das man vor allem nicht versagen darf.
Der Pilz teilte mir mit, dass ich im Umgang mit meiner Gesundheit und mit meinen Ressourcen absolut anders agieren muss und sagte: "Hier musst du Grundlagenarbeit leisten!"
In der letzten Phase des Trips ging es um die völlige Absurdität und Doppelmoral von diesem System hier. Mir wurde bewusst, dass ich eigentlich kriminell bin, weil ich gerade diese
wertvolle introspektive Erfahrung mache. Das ist so absolut absurd, dass es zu einem harten Lachanfall führte. Auf Pilzen kann man sich über dieses System kaputt lachen. Ich habe bestimmt
20 Minuten durchgelacht. Dieses System ist so absolut absurd, dass man es im Grunde nicht ernst nehmen kann.
Nun waren 4 Stunden vergangen und die Wirkung flachte ab. Ich nahm noch ein Opiat um den Bodyload geschmeidiger zu machen und genoss es dann über Stunden zu den Restvisuals
Psytrance und schamanische Musik zu hören, bis ich schlafen ging.